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Juli 12, 2024

Spektakel

NNGY – Neue Nationalgalerie meets Yoga 


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Ein Samstagmorgen im Mai in der Neuen Nationalgalerie – Yoga in the garden mit Tana Asana 

Die Neue Nationalgalerie gehört definitiv schon lange Zeit zu meinen absoluten Lieblingsorten in Berlin, während der Rundum-Sanierung, die von 2014 bis 2021 dauerte, war das Museum durchgehend geschlossen. In dieser Zeit habe ich erst richtig gespürt, wie sehr ich dieses sehr besondere Gebäude des Bauhaus-Architekten Mies van der Rohe vermisst habe. Seither nutze ich jede Gelegenheit, um dort zu sein. Im vergangenen Jahr gab es zum Beispiel neben den Kunstschauen bereits die Reihe „Sound in the Garden“ mit sommerlichen Konzerten im Skulpturen-Garten und einer Outdoor-Bar zum Sunset, an einem Samstagmorgen im Mai 2024 stehe ich nun auf dem Plateau in einer ganz anderen Mission: NNGY – Neue Nationalgalerie & Yoga mit Tana Asana. 

Ich muss gestehen, ich habe mich aus dem Bett gequält an jenem Samstag, um 10 Uhr sollte es losgehen, bereits um kurz nach neun stehe ich fast ein bisschen aufgeregt mit meiner gerollten Matte unter dem Arm und anderen Hilfsmitteln in der Tasche am Reichpietschufer. Ich hatte bereits einmal Yoga im Barberini in Potsdam erlebt, allerdings nun in „meinem“ Museum auf der Matte zu sein, hat noch einmal eine ganz andere Qualität. 

wie immer war ich sehr früh am Start … ein leeres Plateau

Peu à peu finden sich die anderen Yogis und Yogins ein, mehrfach werden die Teilnehmerlisten gecheckt, schon jetzt kann ich mich davon überzeugen, dass ich den Altersdurchschnitt rasant nach oben treibe, aber ok, wie heißt es immer in all den Yoga-Session: „Bleib ganz bei Dir und auf Deiner Matte.“ Besser ist’s. 

Unglaublich, bevor auch nur irgendein anderer Besucher die Hallen betritt, stapfen wir Yogis durch das Untergeschoss mit Taschen und ausladenden Mattenrollen, sonst wird noch jede etwas größere Handtasche geahndet. An diesem Morgen haben nur wenige entspannte Security-Männer Aufsicht, während die kleine Karawane an den aktuell in der ständigen Ausstellung gezeigten Exponaten im Untergeschoss Richtung Skulpturen-Garten pilgert. Schnell platziere ich mich hinter der großen Bronze-Skulptur einer liegenden Frau, ich muss nachsehen, der Titel lautet: „Der Herbst“ von Henri Laurens. Das passt, denke ich sofort, absolut herbstlich fühle ich mich, wenn ich um mich herumschaue. Obwohl das Geraschel des allgemeinen Einrichtens und viele englische Wortfetzen durch den Garten schwirren, ist schon jetzt die besondere Atmosphäre spürbar. Ich kann die Zahl schwer schätzen, aber es könnten ziemlich gut 200 Matten ausgerollt worden sein. 

perfekt platziert im Schatten der Skulptur „Herbst“

Dann taucht auch schon Tana Asana auf, so der Insta-Name der Yoga-Lehrerin, die mit gleich zwei Assistentinnen durch den Morgen führt. Mit Head-Set, denn anders würde die Stimme sich in diesem großen offenen Raum verlieren. Sofort muss ich an den Yoga-Barn in Ubud auf Bali denken. Das war lange für mich der Ort, an dem ich unbedingt mal auf der Matte liegen wollte, um dann vor Ort eine Art „Drill-Instructor“ bei gefühlt 40 Grad zu erleben, der die Yoginis auf alte Tennisbälle platzierte – sehr wichtig für die Faszien … – und kosmisch anbrüllte. Die Girls aus aller Welt lagen dort Matte an Matte, das eine oder andere Mal spürte ich die Füße meiner Nachbarin an meinem Kopf, noch im Nachhinein zum Totlachen, dieser vermeintliche Yoga-Place-to-be. Wie anders aber fühlt sich aber nun das Spektakel hier an, denn tatsächlich schafft es Tana, dass recht schnell Ruhe einkehrt. Und genügend Platz bietet der Garten ohnehin. 

so kennen wir ihn normalerweise: den Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie

Es geht zu Beginn auch um die Frage: Was haben Yoga und Kunst gemeinsam? Tana meint, Kunst und Yoga helfen uns Menschen dabei, Beweglichkeit in den Geist zu bringen. Das Versenken in ein Kunstwerk, aber auch das meditative Innehalten auf der Matte – beides kann uns dabei unterstützen, die Einheit der Dinge und allen Seins zu erkennen. Weniger spirituell würde ich sagen, dass der Zustand der „inneren Versenkung“, des „inneren Schauens“ – ganz gleich, ob man sich in die Betrachtung eines Bildes oder in das längere Halten einer Asana zum Beispiel im meditativen Yin-Yoga vertieft – in jedem Fall Ruhe in den eigenen Geist bringt. Auf Bali hörte ich einst zum ersten Mal von unserem „monkey mind“, unseren Gedanken, die in unserem Kopf wie ein Affe von einem Ast zum anderen springen und uns in Unruhe versetzen. Den Monkey in unserem Kopf zum Verweilen und zur Ruhe zu bringen – das erweist sich für mich auch nach einigen Yoga-Jahren immer wieder als besondere Challenge, erst recht dann, wenn ich darauf im Rahmen einer Session achte.

Aber tatsächlich gelingt das ganz besonders gut hier an diesem außergewöhnlichen Ort, schon nach wenigen Übungen wird mir klar, dass es wieder einmal völlig egal ist, wie alt oder beweglich ich bin. Die Atmosphäre, aber auch die Lehrerin mit Head-Set und Anweisungen auf Englisch, was mir zunächst allzu hipsterig vorkam, schaffen es, dass sich sehr schnell ein gutes Gefühl einstellt. Der Monkey-Mind hält inne, gerade dann, wenn eine Haltung – bei mir sind es meistens die Balance-Asanas im Stehen – besondere Konzentration erfordern. Nach eineinhalb Stunden fühle ich mich entspannt, beweglich und gut gelaunt – und starte genauso in mein Wochenende. 

Dreimal findet Yoga in the Garden noch in dieser Sommersaison statt, meine Empfehlung – nicht nur für Yogis und Yoginis: unbedingt ausprobieren. An den Donnerstagen kann man im Anschluss auch noch  umsonst durch das Museum schlendern, dann sicherlich tiefenentspannt und dadurch besonders aufnahmebereit.

Nächste Termine: 6.9. und 7.9.2024 – es lohnt sich unbedingt! https://www.smb.museum/veranstaltungen/detail/yoga-im-garten-2024-09-05-180000-142940/

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